Sichtbare Federn bei Gartenhäusern

Sichtbare Federn bei Gartenhäusern! Kann man dies vermeiden?

Jedes Jahr aufs Neue wundern sich Gartenlaubenbesitzer, wenn mit den ersten warmen Temperaturen farblich unbehandelte Federbereiche eines in Blockbohlenbauweise errichteten Gartenhauses aus Holz wieder sichtbar werden.

Sichtbare Federn! Woran liegt das eigentlich?

Es handelt sich hierbei um einen völlig natürlichen und unbedenklichen Vorgang.

Gerne werden hier vorschnell Aussagen getroffen, sowie das Holz sei nicht richtig abgelagert oder gar minderwertig gewesen, oder es würde sich um einen Produktionsfehler handeln. Diese Äußerungen sind in der Regel nicht nur – wie schon gesagt – vorschnell, sondern auch falsch.

Die Ursache dieser „Spaltenbildung“ liegt daran, dass es sich bei Holz um kein völlig totes Material handelt. Vielmehr handelt es sich bei dem verwendeten Rohstoff um ein hygroskopischen Werkstoff. Dies bedeutet, dass Holz Feuchtigkeit also Wasser aus der Umgebung aufnehmen und auch wieder abgeben kann.

Die Witterungslage ist entscheidend!

Der Wassergehalt steigt mit der vorherrschende Witterung im Holz also an oder er sinkt halt wieder. Für ein Gartenhaus bedeutet dies in der Praxis, dass sich die Wandbohlen zur feuchteren und kühleren Jahreszeit – in der Regel im Herbst – mit Wasser aus der Umgebung „vollsaugen“. Dieser höhere Wassergehalt im Holz sorgt dann dafür, dass jede einzelne Wandbohle ein wenig aufquillt. Das Gartenhaus wächst somit zum Herbst hin. Je nach Wandstärke und Witterungseinflüssen kann diese Ausdehnung eines Blockhauses schon mal insgesamt 5-7 cm betragen. Herstellerseitig wird diesem Phänomen durch die Konstruktionsweise der Häuser Rechnung getragen. Je nach Ausführung des Hauses werden diese Schwankungen z.B. durch flexible Leisten zur Fixierung der Wände in den Hausecken und spezielle U-Profile im Bereich der Tür- und Fensterrahmen aufgefangen, die diese Bewegungen des Hauses ermöglichen, ohne das die Konstruktion an sich Schaden nehmen würde. Eine korrekte Montage natürlich immer vorausgesetzt.

Im Frühling, wenn die Temperaturen dann wieder anziehen, gibt das Holz wieder mehr Feuchtigkeit ab als es aufnimmt. In der Konsequenz bedeutet dies, dass die Wandbohlen wieder etwas schrumpfen. Bedingt durch das Schrumpfen der Wandbohlen werden dann – wie auf folgendem Bild dargestellt – Federbereich wieder sichtbar.

Der Anblick dieser nun wieder sichtbaren Federbereiche versetzt vielen Gartenhausbesitzern einen Schrecken. Zu Unrecht allerdings, denn wie schon beschrieben, handelt es sich hierbei um einen völlig natürlichen und somit auch nicht zu verhindernden Prozess.

 

Was kann man dagegen tun?

Solange wir das Wetter nicht beeinflussen können, ist die Antwort einfach: Nichts.

Natürlich kann man etwas tun, damit diese optische Beeinträchtigung des Blockhauses möglichst kaum bis gar nicht auffällt.

Die einfachste Möglichkeit ist die farbliche Nachbehandlung der hellen Stellen, in dem Moment in dem die Federn das erste Mal wieder sichtbar werden. Natürlich verwendet man hierfür möglichst die Original Farbe, die beim ersten Anstrich verwendet worden ist. Da dieser Zeitpunkt in der Regel im ersten Frühjahr nach dem Aufbau gekommen ist, dürfte das „Nachdunkeln“ des ersten Farbanstriches noch kein Thema sein. Selbstverständlich kann es jedoch auch bei der Verwendung der Original Farbe zu kleinen, jedoch kaum wahr zu nehmenden Farbabweichungen kommen.

Die zuvor beschriebene Maßnahme kann sowohl bei einem lasierenden als auch bei einem deckenden Anstrich mit einer Holzschutzfarbe angewendet werden.

Das Gartenhaus sollte, mit einer für den Außenbereich zugelassenen Holzschutzlasur behandelt werden. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, die Federn bereits während des Aufbaues mit dieser Lasur zu behandeln. Hierbei gilt es jedoch zu beachten, dass dieser Anstrich nur auf den Federbereich begrenzt wird. Würde schon jetzt die ganze Wandbohle vorbehandelt werden, könnte diese sich aufgrund der Feuchtigkeit verdrehen und den Aufbau unnötig erschweren. Aus diesem Grund sollen Blockhäuser auch nicht in Einzelteilen vor dem Aufbau behandelt werden, sondern erst am stehenden Gebäude – logischer Weise nach dem Aufbau.

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